Schleppleine vs. Flexleine

13. Juli 2009 at 2:34 nachmittags 8 Kommentare

Als Hundetrainer werden wir oft gefragt, warum man nicht die Flexleine anstatt der Schleppleine benutzen kann. Benutzen kann man viel, sagen wir, doch was macht wirklich Sinn?!

Schleppleinentraining bzw. das Handling mit der Schleppleine erfordert ständige Konzentration des Besitzers. Deshalb setzen wir diese beim Abrufbarkeitstraining immer ein. Denn der Hundehalter ist ständing gefordert, die Leine zu koordinieren. Sicher ist das etwas müßiger aber der Hund steht dadurch ständig im Fokus. Bei der Flexleine hingegen setzt sehr schnell die Konzentration aus, da sich die Leine von selbst aufrollt, man verliert schnell den Hund und dessen Verhalten aus den Augen, reagiert zu langsam und zu ungenau. Für ein effektives Training also ungeeignet.

Hundetraining soll effektiv und gewaltfrei sein – das bedeutet harte Arbeit

Sprühhalsbänder, Stachelhalsbänder und im schlimmsten Fall der Teletakter! Aus Angst vor Schmerz und rüden Erziehungsmaßnahmen wird ein Hund sicher so manches “Fehlverhalten” einstellen oder in anderer Form kompensieren. Da fragen wir uns schon so manches Mal, warum Hundehalter nicht das Durchhaltevermögen haben, ernsthaft an einem “Problem” zu arbeiten.

Jedes “Problem” hat eine Ursache, diese können sich dann in den unterschiedlichsten Mustern ausdrücken. Sicher ist es einfach auf einen Knopf zu drücken um ein Verhalten zu stoppen, doch ist das Problem damit wirklich aus der Welt? Nein, ist es nicht und das sollte jedem klar sein, der meint auf solche “Hilfsmittel” zurückgreifen zu müssen – das geht auch an so manchen Hundetrainer! Das sogenannte “Problem” ist schließlich eine Ausdrucksform des Hundes. Es könnte bedeuten: “Ich bin unsicher und deswegen schnappe ich nach Menschen/Hunden/Kindern usw.” “Ich will nicht allein sein weil ich schreckliche Angst habe, deswegen zerlege ich die Wohnungseinrichtung.” Glaubt da ernsthaft einer das solche Probleme mit dem Sprühhalsband besser werden?

Probleme verstehen und an der Wurzel packen

Wir Menschen müssen lernen, dass zu verstehen. Vorallem müssen wir verstehen, dass Hundetraining und so auch ein Schleppleinentraining anstrengend und auch manchmal zermürbend ist. Letztendlich lohnt es sich aber immer den anstrengenderen Weg zu gehen, denn zum Einen ist es für den Hund positiv, da gewaltfrei - zum Anderen ist das Erfolgserelebniss für Sie als Mensch viel größer.

Halten Sie also durch und gehen Sie nicht den einfachen Weg – es lohnt sich und Ihr Hund wird es Ihnen danken.

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Go for a walk with your dog – Stuttgart geht lernspazieren Ignorieren oder korrigieren?

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  • 1. gesundheitsexpertin  |  13. Juli 2009 um 2:50 nachmittags

    Ein wundervoller Artikel! Oft genug sitzt das Problem ja schließlich vor dem Hund (nämlich in Gestalt von Herrchen oder Frauchen:-)) Danke dafür!

    Antwort
    • 2. Thia79  |  13. Juli 2009 um 2:54 nachmittags

      Vielen Dank. Ja genau so ist es. Noch schlimmer finden wir aber die Variante: Hundetrainer mit Lieblingshilfmittel Sprüher oder Stachel. Oft weiß es der ahnungslose Hundehalter nicht besser und vertraut da blind. Echt Schade und schlimm für die Hunde.

      Antwort
  • 3. gesundheitsexpertin  |  13. Juli 2009 um 3:03 nachmittags

    In der Tat….ich habe selbst einen Hund und würde bei der Erziehung nie und nimmer zu solchen Mittleln greifen…Das müssen Leute sein, die eigentlich gar nichts von der Hundeseele verstehen, oder die es nicht interessiert…..
    Ich würde Euch gerne in meinen Blogroll aufnehmen, wenn das in Ordnung ist?
    Liebe Grüße

    Antwort
    • 4. Thia79  |  13. Juli 2009 um 3:04 nachmittags

      Sehr gern. Das tun wir natürlich auch sehr gern.
      lg Bea und Massimo

      Antwort
  • 5. Petbob  |  18. Juli 2009 um 7:37 nachmittags

    Unser Hund ist ein leidenschaftlicher Jäger. Daher kommen wir leider um ein Gassi ohne Leine nicht drumherum. Wir haben schon alles (gewaltfrei) versucht nur bei auftauchen eines Hasen heist es Gehirn aus, Trieb an ;) . Manchmal überlege ich mir da schon ob da ein Training mit Sprühhalsband gegen Jagen nicht sinnvoll ist. Dies ist für unseren Hund zwar für eine kurze Zeit nicht gerade toll und für uns eine Überwindung, doch ich denke dann immer dass das leben ohne Leine viel Qualitativer für ihn wäre.

    (Noch ein kleiner Tipp zu eurem Blog. Ihr solltet unbedingt ein Impressum einfügen. Es gibt viele Anwälte die jeden Tag auf der Suche nach einer Seite mit fehlendem Impressum sind. Ein Impressum ist auf jeder Seite im Internet Pflicht)

    Antwort
    • 6. Massimiliano Marziano  |  19. Juli 2009 um 6:27 nachmittags

      Habt ihr schon einen Futterdummy in Betracht gezogen? Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Übrigens, danke für den Hinweis :)

      Antwort
      • 7. Petbob  |  21. Juli 2009 um 7:46 nachmittags

        Mit dem Thema Futterdummy muss ich mich in der nächsten Zeit mal näher befassen. Das ist auf alle Fälle einen Versuch wert.
        Ich muss nur noch etwas unwiderstehlich leckeres für den Dummy finden ;) ,

      • 8. Thia79  |  22. Juli 2009 um 8:21 vormittags

        Das Thema Futterdummy ist bei richtiger Anwendung so erfolgreich, dass wir schon passionierte Jäger (Podengos) damit vom jagen abhalten konnten. Wichtig ist der lange Atem und das perfekte Timing…wir wünschen dir viel Erfolg…:)

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